Vom Planen und von Taten

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Motion vs. Action – James Clear

Seit einiger Zeit habe ich den Newsletter eines Autors abonniert. Der Autor ist James Clear und zweimal pro Woche landet ein neuer Artikel von ihm in meiner Inbox. Eigentlich mag ich keine Newsletter, viel zu oft habe ich das Gefühl, dass mir damit nur Dinge verkauft werden sollen und keine echte Botschaft vermittelt werden soll. Bei diesem Newsletter ist das allerdings anders. Ich konnte aus diesen Artikeln schon so viel mitnehmen und mein Leben ein wenig umkrempeln. James Clear schreibt über schlechte Angewohnheiten. Aber nicht nur das, er gibt auch – für mich – äußerst hilfreiche Tipps, wie man sie schrittweise und nachhaltig wieder los wird und wie man sich selbst motiviert.

Einer seiner Artikel ist für mich ein ganz wichtiger: Motion vs. Action.
Kurz zusammengefasst geht es in dem Artikel über den Unterschied von Motion (am ehesten würde ich es noch mit Planung übersetzen) und Action (Taten). Ich habe mich bei der Lektüre äußerst ertappt gefühlt, denn ich bin (war?) immer in Motion.

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Planen, planen, planen

Ich liebe es, Dinge zu planen.
So zum Beispiel Fotoprojekte, für die ich lange Ideen sammle, nach dem perfekten Ort, dem perfekten Zeitpunkt und den perfekten Models suche. Ich kann mich dafür in Kleinigkeiten steigern, stundenlang nachgrübeln, welches meiner Objektive dafür am besten geeignet wäre und in welchem Winkel ich die Fotos machen möchte, wie da Licht fallen soll,…
Und dann?
All diese Planerei erschafft kein einziges Foto. Aber ich fühle mich, während ich so vor mich hin plane, ziemlich gut, denn ich tue ja ach so viel für dieses Projekt. Und hier liegt – zumindest für mich – schon der sprichwörtliche Hund begraben.
Es fühlt sich an, als würde ich etwas tun, während ich im Prinzip nichts tue. Wenn ich dann allerdings wiklich diese Fotos mache und sie nicht so werden, wie ich mir das vorgestellt habe, wenn ich also quasi „versage“, fühlt sich das alles andere als toll an.

Für mich hat diese Strategie des Planens und der scheinbaren Produktivität lange Zeit sehr gut funktioniert – und zwar in allen Bereichen meines Lebens.
Angefangen vom Lesen über gesunde Ernährung und Sport bis hin zum Anfordern von zig Infobroschüren diverser (Fern-)Universitäten. Ich habe immer viel gemacht, ohne etwas zu tun und musste meine schöne, gemütliche Komfortzone nie verlassen.

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Stillstand.

Irgendwann habe ich es dann aber auch gemerkt. All meine großartigen Planereien bringen keine wirklichen Ergebnisse. Ich drehe mich damit immer schön im Kreis, bleibe auf meinen ausgetretenen Pfaden und während sich andere weiterentwickeln herrscht bei mir Stillstand. Ich häufe zwar immer mehr Wissen an, aber ich trage es nur mit mir herum, ohne es auch tatsächlich zu nutzen und produktiv zu werden.

Taten, taten, taten

Neuanfänge machen mir Angst.
Meine Komfortzone zu verlassen, macht mich unsicher.
Aber ich habe es probiert. Was gab es denn schon zu verlieren? Im schlimmsten Fall könnte ich wieder zurück in mein durchgeplantes, stillstehendes Leben.

Doch sobald ich begonnen habe, die Dinge, die ich so lange geplant habe, auch endlich umzusetzen, ist zu meiner großen Überraschung die Welt nicht zusammengebrochen. Ganz im Gegenteil, großartige Dinge sind passiert.
Trotz vieler Rückschläge und holpriger Anfänge ging es vorwärts. Ich habe mich weiterentwickelt, habe Dinge gemacht, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie jemals tun würde. Nicht alles ist so verlaufen, wie ich es geplant hatte, aber immer ist es gut ausgegangen.

Und jetzt?
Ich plane immer noch viele Dinge. Es tut mir gut, einen Plan auszuformulieren und in den Händen zu halten. Aber im Gegensatz zu früher wage ich auch endlich den ersten Schritt aus der Türe.

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