Und wieder ist es so weit…

Die Korken knallen, der Sekt wird ausgeschenkt, der Donauwalzer läuft im Hintergrund, während draußen mit lautem Getöse und Lichtblitzen das alte Jahr verabschiedet wird.
Mir kommt es so vor, als ob die Jahre immer schneller an mir vorbeifliegen und trotzdem war 2018 für mich ein ganz besonderes Jahr, das einen speziellen Platz in meinem Herzen einnehmen wird.

Wenn ich an die vergangenen 12 Monate zurückdenke, kommen mir eigentlich nur schöne Momente in den Sinn. Momente voller Glück und Liebe, voller Fröhlichkeit und Staunen.

Es begann im Schnee

Mein fotografisches Jahr begann Ende Februar. Obwohl wir sehr viel Schnee hatten, wollte kein Pferdebesitzer all zu lange vor die Türe. Bei Temperaturen deutlich unter -10°C auch verständlich und ganz ehrlich – ich war nicht unglücklich, dass ich auch nicht nach draußen musste 😉

Aber dann gab es da doch zwei hartgesottene Pferdebesitzerinnen, die mich von der gemütlichen Couch holten. Wir hatten so viel Glück mit dem Wetter, strahlender Sonnenschein und geschlossene Schneedecke. Ein Traum!

Ein rechter Mai, fürwahr, ist der Schlüssel fürs rechte Jahr

Und der Mai war mir auch ganz recht.
Nicht nur in Sachen Fotografie, auch privat gab es eine große Veränderung, denn mein Freund und ich sind zusammen gezogen <3

Drei ganz und gar wunderbare Shootings brachte mir der Wonnemonat. Da war zunächst das Shooting mit Pakaio und Venezia, inmitten des gelb blühenden Löwenzahns – der Frühling in seiner schönsten Pracht!

Weiter ging es dann mit einem für mich ganz besonderen Shooting, ich durfte Carina und (mittlerweile) ihren Odi kennen lernen. Die Zeit mit den beiden und der lieben Claudia verging wie im Flug und es war so zauberhaft, die beiden zu beobachten. Rückblickend kann ich sagen, dass dieses Shooting in mir schon ganz viel ins Rollen gebracht hat.

Das dritte Shooting im Mai fand dann in der Heimat statt. Für mich sind Termine in Österreich immer eine Herzenssache. Egal, wie lange ich schon in Deutschland lebe und wie sehr ich mich hier zu Hause fühle, wenn ich den Dialekt aus dem Tullnerfeld hören darf, lässt das mein Herzchen jubilieren 😉
Fotografieren durfte ich da die Gewinner des Weihnachtsgewinnspiels 2017 – zwei absolute Topmodels auf 4 Hufen

Und im Juni: erste Entscheidungen

Das Jahr war zur Hälfte um und ich merkte, dass etwas nicht so ganz stimmte. Meine Fotos machten mich nicht mehr so glücklich wie früher, ich musste mich immer öfter regelrecht dazu zwingen, mich an den Laptop zu setzen und Fotos zu bearbeiten. Das kannte ich so noch nicht von mir und ich begann, mir Gedanken zu machen.

Neben meinen Grübeleien gab es noch zwei zauberhafte Shootings – jedes für sich eine Premiere. Mein erstes Kaltblut vor der Linse und ein – wie immer – viel zu lustiges Shooting mit meiner Freundin Astrid, dazu das erste Langohr, das ich fotografieren durfte. Und das hat mich sogleich um den Finger gewickelt, wie kann man bitte so niedlich und flauschig und süß sein? Mehr Esel braucht das Land!

Doch führte das Eselshooting auch zu einem ersten Schritt in die neue Richtung. Ich beschloss, keine Menschen mehr zu fotografieren. So ganz richtig fühlte sich das noch nicht an, würde ich doch so tolle Momente wie beim Shooting mit Carina und Odi nicht mehr einfangen können. Aber die Entscheidung war getroffen und ich konnte erstmal wieder ruhiger schlafen.

Dies war nicht die einzige Veränderung, die der Jahresteiler mit sich brachte. Auch der Blog rückte wieder mehr in den Fokus meiner Aufmerksamkeit. Schreiben war schon immer eine meiner Leidenschaften, außerdem wollte ich all die schönen kleinen Momente, die jedes Shooting mit sich brachte, festhalten. Und so konnte ich mich sehr leicht davon überzeugen, den Blog regelmäßig zu führen. Seitdem gibt es (mit nur ganz wenigen Ausnahmen) jeden Mittwoch einen neuen Beitrag für euch (und mich).

Juli: überall die 3

Der Juli war für mich wohl der arbeitsreichste Monat im letzten Jahr. 3 Shootingtermine für insgesamt 6 Pferde standen an und dazu mein 30ster Geburtstag. Ich dachte ja immer, dass mir der nix ausmachen würde, aber je näher er kam, desto komischer fühlte es sich doch an, die 2 da vorne zu verlieren. Wahrscheinlich auch deswegen, weil das Umfeld einen immer wieder darauf hingewiesen hat, dass da ja jetzt die „böse 3“ kommt. Schlimm war der Wechsel der Zahl dann nicht, aber einige Gedanken habe ich mir dann doch gemacht und für mich privat Schlüsse und Konsequenzen gezogen.

Fotografisch war ich mit dem Juli seeeehr zufrieden. Zunächst war da das Shooting mit Highlight im zauberhaften Abendlicht.
Weiter ging es dann wieder in die Heimat, wo Apollo und Inchalla vor meiner Kamera posierten – und ich kann mich einfach nicht entscheiden, wen von den beiden ich niedlicher finden soll.

Zurück in Deutschland gab es einen überaus spontanen Fototermin, der am Abend vorher kurzfristig via Whatsapp ausgemacht wurde. Drei ganz großartige Pferde durfte ich in Bildern festhalten, Giulietta, Fair Play und Vagabund Vegas.

Sommershootings im August

Im August durfte ich meine Kamera zweimal ausführen: zunächst stand ein Isländer im Morgenlicht auf dem Programm, danach dann ein wunderschöner Senior.
Beide Shootings waren Gutscheineinlöser. 2018 war überhaupt mein Gutscheinjahr. So viele Einlöser und Gutscheinkäufer hatte ich davor noch nie. Mich freut das ja immer überaus, wenn meine Arbeit verschenkt wird und die Geschenke dann auch eingelöst werden. Ich gebs ganz ehrlich zu: ich freue mich zwar auch total über Geschenkgutscheine, mit dem Einlösen hab ichs dann aber nicht so sehr 😉 Umso schöner finde ich es dann, dass doch sehr viele Fotogutscheine auch wirklich wahrgenommen werden.

Davon abgesehen war der August der ruhigste Monat für mich. Kein Uni-Stress, im Hauptjob wars auch recht ruhig und das Zusammenleben war so weit eingespielt, dass der Alltag vollständig eingekehr war. Ein Monat, um durchzuatmen und zu genießen.

Wildpferde und wilde Pferde im September

Im September wurde es dann wild. Zunächst stand ein Besuch bei alten Bekannten an. Wiebke hatte mich zu ihren Wildpferden eingeladen, um den Neuzugang und die beiden bereits fotografierten Ponies auf einer wunderschönen, wilden Weide abzulichten.

Das war dann auch mein einziger Fototermin in diesem Monat. Denn kurz darauf ging es auf nach Kasachstan.
Kasachstan… Diese Reise hat einiges in mir verändert. Neue Perspektiven gezeigt, ganz viel Ruhe gebracht und eine nicht zu stillende Sehnsucht in mir geweckt. Sehnsucht nach der Stille, nach der Steppe, nach dem Wind. Einen längeren Reisebericht wird es definitiv demnächst auch geben, denn dieses Erlebnis in nur wenige Worte zu fassen, das schaffe ich nicht…

Pferdefotoshooting in Ingolstadt | Dülmener Wildpferde | Deutsches Reitpony | Rappe | Falbe | Sarah Koutnik Fotografie

Ein Jahresausklang voller Veränderungen

Nach Kasachstan wurde es – zumindest nach außen hin – ruhig um meine Fotografie.
Ich wusste, dass etwas zu ändern war. Erst war da nur der Gedanke an ein Projekt, das nebenher laufen würde. Die Angst vor der Veränderung und vor dem Anfang war zunächst doch zu groß.

Doch schon bald meldete sich die kleine, innere Stimme und stellte die alles entscheidenden Fragen: Warum nur nebenbei? Warum das, was mich glücklich macht, nicht in den Mittelpunkt stellen? Was habe ich denn zu verlieren?
Und so war es für mich beschlossene Sache: alles würde sich ändern. Ein neuer Stil, ein neues Design, eine neue Philosophie, die doch so viel mehr dem entspricht, warum ich eigentlich mit der Fotografie angefangen habe.

Doch nicht nur hier standen große Veränderungen an. Auch privat sollte ein neues Familienmitglied einziehen. Nachdem mein Freund sich selbstständig gemacht hatte und ich meinen Hauptjob auf 30h pro Woche reduziert hatte, waren die Bedingungen plötzlich perfekt.
Wir sind beide mit Tieren aufgewachsen und so war von Anfang an klar: sobald es geht, sollte ein Fellknäuel bei uns einziehen.
Bei einem Besuch im Tierheim Starnberg, der eigentlich erstmal nur der Information dienen sollte, war es dann doch plötzlich um uns geschehen, denn Carlo beschloss, dass wir seine Menschen werden sollten.

Und so zog dann Ende November der Herr Hund in schwarz-weiß bei uns ein. Mit trauriger Vergangenheit, ohne Rute dafür aber ganz viel Schwanzwedeln im Herzen stellt er seitdem unser Leben auf den Kopf.
Er bringt uns an unsere Grenzen und darüber hinaus, zeigt uns, dass wir auch mal um die Ecke denken müssen und schenkt uns jeden Tag so viel Liebe und Freude…

Border Collie Mischling Carlo

Blick zurück –  Blick nach vorn

2018 war ein Jahr voller Veränderungen.
Es hat alles auf den Kopf gestellt, ich habe mich nicht nur einmal selbst in Frage gestellt und dabei so viel über mich gelernt. Viele Puzzleteilchen fanden plötzlich ihren Platz im „Großen Ganzen“ und ich fühle mich ein Stück mehr bei mir und angekommen.

2018 hat mir beigebracht, mehr auf mich zu hören. Die Stimmen der anderen leise werden zu lassen, in mich zu gehen und zu mir zu stehen. Es hat mir gezeigt, dass ich mich trauen darf und muss, meinem Herzen zu folgen und neue Wege zu gehen. Egal, was die anderen von mir erwarten. Dass sich der Blick nach Links und Rechts lohnt, dass in den stillen Momenten das Glück wartet und ich mir auch Zeit nehmen darf, um aufzuatmen.

Für 2019 habe ich nur einen Vorsatz: das, was mir 2018 beigebracht hat, noch mehr zu beherzigen und zu verinnerlichen.
Mehr brauche ich nicht.