Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und wie immer sind die stillen, friedlichen Tage zwischen Weihnachten und Silvester die perfekte Zeit, um alles noch einmal Revue passieren zu lassen. Um darüber nachzudenken, wo man zu Beginn des Jahres stand, mit welchen Wünschen, Träumen und Zielen man mehr oder weniger motiviert in dieses neue Kapitel des Lebens gestartet ist und was davon nach 12 langen Monaten übrig geblieben ist.

Fotoshooting mit Pferd im Herbst bei Nebel | Sarah Koutnik Fotografie | Pferdefotografie München

Ich habe mir den Jahresrückblick 2015 nochmal angesehen – ich hatte viel vor für 2016, aber wie immer, wenn ich großartige Pläne schmiede, kommt alles ganz anders, als gedacht…

Angefangen hat mein Jahr sehr gut, mit einem Fotoshooting, das mir sicher lange in Erinnerung bleiben wird…

Oldtimer Fotoshooting | KITT Replica | Sarah Koutnik Fotografie München

Kurz darauf folgte dann das Gewinnspielfotoshooting mit dem unglaublich niedlichen Dackelmädchen Käthe.

Dackel Käthe | Hundefotografie München | Gewinnspiel Fotoshooting | Sarah Koutnik Fotografie

So langsam machte sich dann auch bemerkbar, dass nicht alles so einfach läuft, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mein normaler 40h Job, das Studium und die Fotografie, dazu noch ein bisschen Privatleben… Alles unter einen Hut zu bringen, hat mich schon Anfang des Jahres ziemlich an meine Grenzen gebracht. So musste ich mir dann auch eingestehen, dass ich die Anzahl der Fotoshootings pro Monat reduzieren oder meine Ansprüche zurückschrauben müsste… Und da ich leider ein ziemlicher Perfektionist bin und mir selbst die Messlatten oft zu hoch lege, wurde es also Option 1 und die Fotografie musste das erste Mal leiden – im Februar hatte ich meine Kamera kaum in den Händen…

Dennoch wollte ich mein geplantes Kalenderprojekt auf jeden Fall durchziehen und habe mich auf die Suche nach Pferdemodels gemacht. Mit so großer Resonanz hätte ich nie gerechnet!

Und so folgte dann im März auch schon das erste Shooting…

Träume und Prioritäten | Pferdefotografie München | Sarah Koutnik Fotografie

Es war schön, das vertraute Gewicht der Kamera zu spüren, alle Alltagssorgen zu vergessen und einfach nur die Zeit genießen, kreativ sein und Ponynasen knuddeln.

Pferdefotoshooting | Haflingerwallach im Galopp | Sarah Koutnik Fotografie München

Im April folgten dann zwei schöne Fotoshootings, einmal ein weiteres Pferdemodel (ich habe mich sofort in das Schokobraun verliebt) und ein Rudelshooting mit drei ganz tollen Hunden.

Der eigene Stil - Pferdefotoshooting mit Alice | Pferdefotografie München

Rudelshooting Hundefotografie München im Frühling

Beflügelt von diesen schönen Momenten und voller Ideen und Kreativität folgte ein herrlicher Mai, in dem ich fast jedes Wochenende unterwegs war, um zu fotografieren.

Zunächst standen zwei Hunde vor der Kamera, einer davon ein alter Bekannter, der einer ganz lieben Freundin gehört. Durch die Fotografie habe ich so viele tolle Menschen kennen gelernt und es freut mich so sehr, wenn sich daraus ein bisschen mehr als nur die Zusammenarbeit vor/hinter der Kamera entwickelt…

Kurz darauf durfte ich zwei wunderbare Ponies fotografieren, die ich im Verlauf des Jahres sogar noch öfter vor der Kamera hatte.

Bei Kristina und ihren Fellnasen habe ich mich sofort wohl gefühlt, kaum betritt man den Hof, hat man dieses Ponyhof-alles-ist-gut-Gefühl 🙂

Das letzte Mai-Shooting brachte einen unglaublich schönen Sonnenuntergang und eine sehr entspannte Atmosphäre mit sich

PRE im Abendlicht | Pferdefotografie München | Pferdefotograf

Der Mai hatte mich beflügelt. Alles lief so gut, ich war glücklich und sehr zufrieden und hatte so die rosarote Vorstellung, dass alles so weiter gehen könnte und würde.

Aber das Leben hält sich nun einmal nicht an Pläne und Vorstellungen und so hat es mir im Juni dann mit dem Auseinanderbrechen meiner Beziehung ganz schön den Boden unter den Füßen weggezogen.

Die nächsten Wochen und Monate waren geprägt von Zweifeln, Ängsten und Ohnmacht. Ich hatte Angst vor dem Alleinsein, Angst vor dem Versagen, Angst davor, Entscheidungen zu treffen.

In der Zeit konnte ich mich auch gar nicht mehr auf die Fotografie konzentrieren. Ich nahm keine Termine mehr an, konnte mich nicht mehr auf die Bearbeitung konzentrieren…

Eine Fotoshooting gab es im Juli, eine winzige Auszeit in diesem emotionalen Chaos, ein paar Stunden Ponyhofromantik…

 

Es folgte ein für mich oft schmerzhafter Prozess… Erkennen, dass man unglücklich ist, wie lange man das schon ist, dass man die Kontrolle über sein Leben abgegeben hat und dass sich alles ändern wird. Dass das bisherige Leben und die vielen Zukunftspläne wie Seifenblasen plötzlich zerplatzen…

Und inmitten dieser düsteren Gedanken war da plötzlich auch anderes.

Ich war nicht alleine, da gibt es Menschen, denen ich wichtig bin, die mich auffangen. Da gibt es Chancen und Türen, die sich plötzlich öffnen. Und natürlich die Fotografie, die mir gerade in der Zeit so unglaublich wichtig war, durch die ich mich ausdrücken und in der ich mich verlieren kann, die mich mit lieben Menschen in Kontakt bringt und mich antreibt.

Pferdefotografie München | Sonnenaufgang | Morgennebel | Sarah Koutnik Fotografie

Und dann folgte eine Entscheidung, ein Umzug, ein Neustart.

Das letzte Fotoshooting des Jahres führte dann zu alten Bekannten. Es war eine Stimmung genau nach meinem Geschmack und ein absolut würdiger Abschluss für ein so turbulentes Jahr.

Sarah Koutnik Fotografie | Welsh A Ghost | Pferdefotografie | München | 2016

2016 hat mich in die Mangel genommen, mich an meine Grenzen und darüber hinaus gebracht.

2016 hat mir gezeigt, dass sich nur etwas ändert, wenn man es ändert. Dass man nicht alleine ist, niemals. Dass niemand es verdient hat, unglücklich zu sein. Dass man mehr schaffen kann, als man glaubt. Dass die Fotografie mein Anker ist, meine Möglichkeit, mich auszudrücken, wenn mir die Worte fehlen.

2016, du warst ein Arschloch. Danke.

Ihr Lieben, ich danke euch, dass ihr für mich da wart, dass ihr Verständnis hattet und ich wünsche mir für 2017 wieder ganz viele schöne Momente mit euch und euren Vierbeinern!